Brauchtum

Krampustreiben

Das Krampustreiben hat weit in die Vergangenheit reichende Wurzeln. Nach alten, indogermanischen Ansichten sammeln sich in den langen, dunklen Winternächten die finsteren Mächte der Natur, Dämonen und Geister, die den Menschen, sein Leben und sein Hab und Gut bedrohen. Man versuchte diese Mächte durch lärmende Umzüge in ritueller Verkleidung durch Masken zu vertreiben.

Einige Volkskundler meinen, dass sich aus diesen uralten Schutzmaßnahmen heidnischen Ursprungs in christlicher Zeit die Nikolausumzüge entwickelt haben, zumal die Krampusse bis ins hohe Mittelalter allein und selbständig auftraten. Erst im 12. Jahrhundert gesellt sich zu ihnen der Heilige Nikolaus.

Ein ständiger Begleiter der Krampusse ist der sogenannte "Einspieler" (anderorts auch "Gendarm" oder "Michej"). Es handelt sich dabei um einen Mann, der mit schwarzem Frack, Zylinder, Fliege und einer Augenmaske bekleidet ist. Er sorgt dafür, dass die Krampusse nicht übertreiben, wenn sie die schlimmen Personen bestrafen.

Die Krampusse selbst haben mit Fell überzogene Masken, deren Gesichter aus Sägespänen geformt und schwarz bemalt werden. Aus dem Mund ragt eine lange rote Filzzunge und auf dem Kopf tragen sie Hörner. Ursprünglich wurden Kuh-, Ziegen- oder Schafhörner, teilweise auch Gamskrickel verwendet. Heute sieht man immer öfter auch Steinbockhörner oder solche von Antilopen. Die Anzüge der Krampusse bestehen aus zusammengenähten Fellstücken, zumeist werden hierzu Ziegenfelle verwendet.

Eine Besonderheit bei uns Feistritzer Krampussen ist, dass wir freitags weder zu hören noch zu sehen sind, denn an einem solchen Tag ging einst der Teufel in der Gruppe mit. Ein altes ungeschriebenes Gesetz sagt auch, dass man nur in ungerader Zahl laufen darf, damit sich der echte Höllenfürst nicht unauffällig unter die Krampusse mischen kann.

Quelle: Volksbrauchtum der Kärntner Slowenen (1992)